Hin und wieder zurück - ein Hobbit auf der Ring*Con 2005

Der nachfolgende Bericht über die Ring*Con 2005, die vom 7. bis 9. Oktober in Fulda stattfand, wurde aus der Sichtweise eines einzelnen Besuchers aus dem Kleinen Volk geschrieben und kann daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Diejenigen, die dort waren, wissen, daß es praktisch unmöglich ist, alle Panels, Workshops, Vorträge, Fanaktionen und so weiter anzusehen. Dazu wird an der einen oder anderen Stelle die Sichtweise des Autors dargestellt, die von der anderer Personen oder des Veranstalters abweichen kann.


Start mit Hindernissen

Nein, dieses Mal war ausnahmsweise nicht die Bahn schuld an einem verspäteten Start in die RingCon. Zum ersten Mal fand die Con im neu errichteten Esperanto-Hotel in Fulda statt – und die Hotelcrew war mit dem Ansturm von 200 Hotelgästen auf einmal völlig überfordert. Viele Zimmer waren noch nicht fertig, und ich durfte von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr erst einmal nutzlos in der Hotelhalle herumstehen. Dabei gab es viele, denen es noch schlimmer erging.
Dafür ging dieses Mal das Einchecken in die Con erfreulich schnell und reibungslos vonstatten. Lag das vielleicht an den vielen Leuten, die noch auf ihre Zimmer warteten? Sicher nicht, denn fast alle trugen schon das grüne Bändchen der Vorfreude.


Hobbits do rock!

Am Freitag begann gleich um 14.00 Uhr die erste Fanaktion. Hobbits rotten sich zusammen, um rauhe Kriegsrufe grölend und furchtbare Waffen schwingend über das Congelände zu ziehen. Angesichts dieser grausamen Armee furchtloser Hobbits verkrochen sich die Feinde der Freien Völker in ihren Verstecken, anders ist es nicht zu erklären, daß wir überall freie Bahn hatten ;) aber vor unseren Kampfgabeln und Schlachtplatten hätten die Orks und Haradrim sowieso kapituliert. Die „normalen“ Conbesucher (wenn es so etwas denn überhaupt gibt) waren jedenfalls ob des überraschenden Überfalls mehr als erschrocken.


Stargäste und ein chaotischer Programmablauf

Natürlich gab es auch dieses Jahr wieder die Stargäste mit Panels, Autogrammstunden und Fotosessions. Im Vorfeld der Veranstaltung mußten David Wenham und Sean Astin ihre Teilnahme an der RingCon leider absagen, so daß der im Vorfeld bekanntgegebene Programmablauf schon zu Beginn der Con überholt war. Das aktuelle Programm war (wie auf den vergangenen Cons auch) auf großen Infoboards ausgehängt – aber oft wichen die Angaben auf ihnen voneinander ab und viele Con- Besucher gingen auf gut Glück in die einzelnen Panels.
Aber die Stars, die da waren, waren einfach klasse! Thomas Robins (Déagol) und Lori Dungey (Frau Straffgürtel) brachten ihr komisches Talent voll zur Geltung, und Lawrence Makoare (Lurtz, u.a.) begeisterte nicht nur seine Fans.


Als Ersatz für Sean Astin gelang es den Veranstaltern, Billy Boyd (Pippin) wenigstens am Sonntag noch einmal zur RingCon zu holen. In den einzelnen Internetforen wurde sein erneuter Besuch auf der Con mitunter sehr kontrovers diskutiert. Vielen waren seine letzten Panels in Bonn noch in Erinnerung, die oft als lustlos abgespultes Programm empfunden wurden. Und auch dieses Mal war die Frage nach einer Gesangsdarbietung wieder unausweichlich. Nach anfänglichem Zieren und einer herrlichen Gesangsdarbietung des Elbenchores ließ sich Mr. Boyd dann doch dazu bewegen, uns etwas vorzusingen. Und um es gleich einmal festzuhalten: ich hoffe, sein Lied wird auf der Con-DVD drauf sein! Billy hat eine sehr schöne Singstimme (wie auf der englischen Fassung der Rückkehr des Königs bereits zu hören) und es tat dem Genuß keinen Abbruch, daß er keine Zeit zum Einsingen gehabt hatte. Und ich kann wirklich nicht verstehen, wieso er sich vorher so geziert hatte.
Thomas Robins hatte unsere Hobbitaktion am Freitag verpaßt, und so wurde sie von ihm am Samstag auf der Bühne wenigstens ansatzweise nachgeholt. Déagol in Frauenkleidern – das läßt ja echte Rückschlüsse auf die Sitten und Gebräuche der Hobbits am Anduin zu ;)!

Die Fans

Was wäre die RingCon ohne die vielen gewandeten Fans? Nur eine Veranstaltung von vielen und mit Sicherheit bedeutend langweiliger. Dieses Jahr waren so viele Gewandete unterwegs wie noch nie zuvor, und die „Zivilisten“ in normaler Alltagskleidung waren eindeutig in der Minderheit! Es ging vor allem auf dem Congelände stellenweise so weit, daß die Gewandeten die Leute in normalen Klamotten begafften und nicht umgekehrt. Und auf der Straße, die an der großen Glasfront des Hotels entlang läuft sollen sich dem Vernehmen nach mehrere Beinahe- Auffahrunfälle ereignet haben...ganz zu schweigen von dem großen Vorplatz vor dem Hoteleingang, wo viele sich eine kleine Chill-out-Phase (sprich: Raucherpause) gönnten. Der Einfallsreichtum, was die Gestaltung der Kostüme und Gewandungen angeht war dieses Mal wieder umwerfend.
Ohne die vielen geplanten und spontanen, kleinen und großen Fanaktionen wäre die RingCon mit Sicherheit um einiges langweiliger gewesen. Der Hobbit- Flashmob wurde eingangs ja bereits erwähnt, und was die Haradrim und die Elben auf die Beine gestellt hatten war einfach großartig!



Neben dem traditionellen Costume Contest gab es dieses Jahr auch wieder den Audience Award und als Neuerung den Worst Costume Award. Dieser ist natürlich als nicht wirklich ernstzunehmender Wettbewerb gedacht gewesen, und natürlich konnten nur die Kostüme gewählt werden, die vorher für den Contest angemeldet worden waren. Hier durfte mal so alles falsch gemacht werden, wonach einem war. Bonbonfarben waren genauso erlaubt wie überdimensionierte Straßsteine oder die Verwendung eines Haushaltsschrubbers als Fahnenstange für das Hochzeitsbanner.



Shows und Action


Am Samstag abend gab es eine echte Premiere auf der RingCon: den Herrn der Ringe als Musical! Die RingStars spielten ausgewählte Szenen zu jeweils passenden Musikstücken nach. Und die Auswahl war wirklich herrlich! Die ganze Halle lag vor Lachen am Boden und es ist wirklich schade, daß diese Aufführung eine einmalige Sache war. Viele finden zu Recht, daß die Show der RingStars der absolute Höhepunkt der Con war, der so leicht nicht mehr zu toppen ist.
Dagegen war die Stuntshow der Defcon wohl eher Geschmackssache. Wer auf Action mit Feuer, gewagten Sprüngen, Schwertkämpfen und Artistikeinlagen ohne großen Handlungsablauf steht kam hier voll auf seine Kosten. Aber selbst dieser professionelle Trupp kommt an den Spaßfaktor der RingStars einfach nicht heran!


Closing


Dieses Jahr dauerte die Closing Ceremony länger als bisher...es lag an den stehenden Ovationen, die den Stars zuteil wurden. Vorher gab es noch Programm mit der Krönungsszene König Elessars mit Anleihen sowohl aus Film und Buch (endlich kam Faramir zu seinem Recht, das Amt des Truchsessen zu übergeben) und einigen Video- und Gesangseinlagen. Und wieder einmal ist die RingCon viel zu schnell vorbei gewesen und trotz einiger Mängel in der Organisation und am Hotel war es eine tolle Con. Ich werde 2006 jedenfalls wiederkommen.



Die Rechte an Text und Bildern liegen bei Pippin. Vielen Dank für den Bericht!


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